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Freitodkult im Internet

In der "Heute"-Sendung gerade eben: "17 tote Teenager erschüttern Großbritannien" (überhaupt, mal sehr geil. Ich liebe miene Vorstellungskraft.)

Das ist schlimm, ja. Es regt zum Nachdenken, zum Zweifeln, zum Fragenstellen an wenn sich Menschen das Leben nehmen. Wenn diese Menschen dann noch jung waren, neigt man doch dazu, die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen und nach dem "warum" zu fragen  (die Allgemeinheit). Und dann ziemlich rasch ziemlich merkwürdige Programme/Gesetze/Ideen zu erfinden/haben (die Politik oder jedwede Machthaber).

Was macht uns denn jetzt so Angst oder was schreckt so ab wenn es um diesen "Freitodkult" geht?
Und geht es dabei überhaupt um einen Kult?
Oder ist es der Versuch von jungen Menschen, irgendwo Verständnis zu finden, Menschen die ähnlich denken und fühlen? Die verstehen, wenn man nicht mehr weiter kann, weil...? Weil es einfach nicht mehr geht, zum Beispiel.

Ich frage mich immer, ob die ganzen Leute, die dann immer mit Verbotsschildern bzgl Internetseiten ankommen, tatsächlich denken, dass alles nur vom Internet ausgeht. Aber das ist ja soviel einfacher zu denken, nicht wahr? Bequemer. Es hat nicht so tiefgreifende Konsequenzen. Die Theorie besagt: Labile Menschen gehen ins Internet - suchen und finden Freitodforen - und bringen sich um.
Ich frage mich manchmal, ob die Leute die das auch noch GLAUBEN, schonmal versucht haben, sich umzubringen oder überhaupt mit dem Gedanken gespielt haben. Denn dann wüssten sie, wieviel Leid und Nicht-mehr-weiterwissen da mit reinspielen MUSS damit sich ein Mensch umbringt. Dass eine schlechte Schulnote, Labilität etc. KEINE ausreichenden Gründe für einen Freitod wie z.B. Erhängen sind. Wer sich erhängt, der WEISS was er tut.

Die Frage der wir uns stellen müssen (ja, der Satz ist richtig formuliert), lautet nicht "wie viele solcher Foren können wir finden und schließen" sondern "was treibt immer mehr Menschen dazu, keinen Ausweg mehr zu sehen?" und: "wie können wir diese Ausgangslage verändern?".

Das sind die schwierigeren Fragen. Die unangenehmen. Und die einzigen die uns da evtl. weiterbringen können.
Nein, um das nochmal zu betonen: Ich "befürworte" Freitodforen und -mailinglisten nicht. Aber ich sehe keinen Sinn und Grund dafür, sie zu schließen, und empfinde diesen überstürzten Tatendrang als Blendtaktik.

21.2.08 16:28
 


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