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Veränderungen

Ich habe gestern zum ersten Mal "Die letzten Tage der Sophie Scholl" gesehen.
Beeindruckend, ja. Nicht der Film, sondern die Geschichte, die dahinterstehende Aussage - Mut, für das Richtige einzustehen. Nur dem eigenen Gewissen Rechenschaft abzulegen, und sich nicht zu beugen, nicht dem System, nicht der eigenen Angst, das ist das, was mich an der Geschichte der weißen Rose jedes Mal so fasziniert. Ich verbeuge mich vor diesen Menschen. Wobei ich mich auch immer wieder frage, wieso Sophie eigentlich immer so herausgehoben wird. Nur weil sie die einzige Frau dabei war? Ich denke nicht dass die anderen Mitglieder weniger mutig waren. Bin ich da falsch informiert? Mh.

Ansonsten stellt sich mir beim Betrachten eines solchen Films (zu ersetzen bei Belieben mit "Lesen eines Tatsachenberichts u.Ä.) immer wieder die Frage, wie ich damals gehandelt hätte, wie meine Freunde gehandelt hätten. Ich frage mich auch, warum ich nicht schon längst die Hakenkreuze in der Unterführung übermalt habe. Ich frage mich, wo meine Weltanschauung ist, meine Ideologie, meine Idee, und wo mein Mut ist, diese zu verteidigen. Ich frage mich, ob meine in der Hinsicht oft ruhige und bedachte Art denn zu irgendwas führen kann, ob ich so, wie ich bin, die Welt verändern könnte.

Ist das eigentlich notwendig, "die Welt" zu verändern?

Oder nimmt man sich da vielleicht zuviel vor? Vielleicht scheitern wir deshalb immer wieder an Veränderungen und werden müde, weil wir die Welt nicht verändern können. Weil wir nicht anderen Leuten die Augen öffnen können, wenn sie so liebend gern den Kopf im Sand haben.
Aber vielleicht geht es auch erstmal gar nicht darum, den anderen die Augen zu öffnen, sondern mit sich selbst im Reinen zu sein, und im Einklang mit sich zu leben?
Vielleicht ist das ja die "eigentliche" Basis für jede Veränderung.
Vielleicht.

Selbsttest?
Morgen? Vielleicht?

21.2.08 13:40


Freitodkult im Internet

In der "Heute"-Sendung gerade eben: "17 tote Teenager erschüttern Großbritannien" (überhaupt, mal sehr geil. Ich liebe miene Vorstellungskraft.)

Das ist schlimm, ja. Es regt zum Nachdenken, zum Zweifeln, zum Fragenstellen an wenn sich Menschen das Leben nehmen. Wenn diese Menschen dann noch jung waren, neigt man doch dazu, die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen und nach dem "warum" zu fragen  (die Allgemeinheit). Und dann ziemlich rasch ziemlich merkwürdige Programme/Gesetze/Ideen zu erfinden/haben (die Politik oder jedwede Machthaber).

Was macht uns denn jetzt so Angst oder was schreckt so ab wenn es um diesen "Freitodkult" geht?
Und geht es dabei überhaupt um einen Kult?
Oder ist es der Versuch von jungen Menschen, irgendwo Verständnis zu finden, Menschen die ähnlich denken und fühlen? Die verstehen, wenn man nicht mehr weiter kann, weil...? Weil es einfach nicht mehr geht, zum Beispiel.

Ich frage mich immer, ob die ganzen Leute, die dann immer mit Verbotsschildern bzgl Internetseiten ankommen, tatsächlich denken, dass alles nur vom Internet ausgeht. Aber das ist ja soviel einfacher zu denken, nicht wahr? Bequemer. Es hat nicht so tiefgreifende Konsequenzen. Die Theorie besagt: Labile Menschen gehen ins Internet - suchen und finden Freitodforen - und bringen sich um.
Ich frage mich manchmal, ob die Leute die das auch noch GLAUBEN, schonmal versucht haben, sich umzubringen oder überhaupt mit dem Gedanken gespielt haben. Denn dann wüssten sie, wieviel Leid und Nicht-mehr-weiterwissen da mit reinspielen MUSS damit sich ein Mensch umbringt. Dass eine schlechte Schulnote, Labilität etc. KEINE ausreichenden Gründe für einen Freitod wie z.B. Erhängen sind. Wer sich erhängt, der WEISS was er tut.

Die Frage der wir uns stellen müssen (ja, der Satz ist richtig formuliert), lautet nicht "wie viele solcher Foren können wir finden und schließen" sondern "was treibt immer mehr Menschen dazu, keinen Ausweg mehr zu sehen?" und: "wie können wir diese Ausgangslage verändern?".

Das sind die schwierigeren Fragen. Die unangenehmen. Und die einzigen die uns da evtl. weiterbringen können.
Nein, um das nochmal zu betonen: Ich "befürworte" Freitodforen und -mailinglisten nicht. Aber ich sehe keinen Sinn und Grund dafür, sie zu schließen, und empfinde diesen überstürzten Tatendrang als Blendtaktik.

21.2.08 16:28


Fury.

Es ist bitter, dass so viele junge Leute Probleme haben (wenn wir schon bei diesem ganzen Problemthema sind), aber es macht mich auch wütend.

Es ist nicht so, dass ich mich da ausnehme, und noch weniger, dass ich es irgendwem abspreche. Gerade in der Pubertät HAT man nunmal Probleme mit sich, der Welt und allem was damit zusammenhängt, und je nachdem ist man auch später problembeladen, was prinzipiell nicht schlimm ist, würde dazu nicht noch ein extremes Maß an Selbstbezogenheit kommen.

Es heißt immer ICH ICH ICH. Wie gesagt, ich bin nicht Richter über Probleme der Menschen, und jeder hat das "Recht", traurig zu sein, zu trauern, depressiv zu sein, whatsoever. Aber niemand hat das Recht, darüber die anderen Menschen zu vergessen.

Das ist etwas, das unsere heutige Welt manchmal so nervtötend macht: dass das ständige ICH jegliches WIR und IHR ausklammert. Wir sind oft gar nicht mehr in der Lage tatsächliches Leid wahrzunehmen weil wir nur noch am Jammern sind. Klar dürfen wir auch jammern, um das nochmal zu betonen. Aber Jammern sollte auch dazu dienen, Kraft zu schöpfen um aus dem eigenen Sumpf wieder aufzutauchen.

22.2.08 10:28


Sophie Scholl, KLappe II.

Ich hab noch immer keine Ahnung wie man hier auf Comments antwortet geschweige denn ob man das überhaupt kann, aber ich mag Comments und diskutieren und deshalb... ja.

 Sophie Scholl und ihr Bruder waren ja die "Anfuherer" der Weissen Rose, ich glaube, sie war noch etwas aktiver als er. Ich denke mal, dass ihr deshalb so viel Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Mh, nein. Sophie und ihr Bruder waren die einzig Aktiven bei der Sache mit den Flugblättern, die die Aktivitäten der weißen Rose letztendlich hat auffliegen lassen.
In der WR hatte jeder seine Aufgabe, seinen Platz, ich bin mir nicht sicher ob man da tatsächlich von "Anführern" sprechen kann. Initiatoren waren jedenfalls definitiv nicht die Geschwister SCholl sondern Hans Sch. und Alexander Schmorell. Sophie kam erst später dazu.
Auch bei den "Parolen-Aktivitäten" war Sophie nicht dabei.
Ich kann mir vorstellen, dass sie so besonders hervorgehoben wird weil sie die einzige Frau im engeren Kreis der Gruppe war. Was ich ehrlich gesagt dann doch traurig finde, denn die anderen haben nicht weniger geleistet nur weil sie männlich sind.
Aber vielleicht liege ich da falsch, und es ist einfach, weil es von Sophie am meisten Erinnerungsstücke/Berichte gibt.

Was Heldin geschrieben hat...
Problem:
Heute sehen wir die Probleme von damals als offensichtlich an. Und alle, die nichts getan haben als feige.

Aber die meisten Selbstgerechten von heute tun gegen die Probleme von heute nicht mehr als die Feiglinge von damals.

Variante:
Die Weiße Rose und Geschwister bzw. Schwester Scholl sind bewundernswert! In jedem Fall.
Aber vor allen Dingen heute - medienwirksame - Symbolfiguren. Es gab auch kleine Helden, die nicht entdeckt wurden und viel getan haben.

Nur weil man nicht in Talk Shows landet oder bei Arte einen Themenabend gewidmet kriegt, heißt es nicht, dass man nichts (wichtiges) tut.

Meine Meinung.


Dem hab ich nichts hinzuzufügen aber ich mag das und hoffe es ist okay wenn ich das hier noch mit reinnehme, so?
23.2.08 01:16


Kurze Zwischengedanken.

Der Nockherberg (ich liebe Nockherberg) erinnert mich gerade wieder an die Vorratsdatenspeicherung. Gläserner Bürger. Gläserner Mensch. Und wozu?
Für mich ist das Terrorismus-aufdecken-Argument nicht mehr als ein Vorwand. Wer glaubt denn allen Ernstes dass durch die Vorratsdatenspeicherung Attentate verhindert werden können?

Quark.

Wohin wir uns bewegen, ist der Überwachungsstaat, das ist wirklich momentan mein Gefühl dabei.

Als ich von meinem Freiwilligendienst zurückkam, war ich froh, in Deutschland zu leben. Sozialstaat. Sorgenfrei. Je länger ich zurückbin, desto wütender werde ich auf die Politik.
Das meiste ist einfach eine Farce. Der Versuch, Wähler zu fangen.
Nehmen wir unter Anderem die Klimaschuzpolitik. Angetrieben auch von der Lobby der Autohersteller (für die die's nicht wissen: nicht alle Autos können mit Biosprit fahren und müssen in Zukunft dann auf Super umsteigen oder sich nen Neuwagen zulegen). Was nicht gemacht wird: Endlich mal ne Kerosinsteuer einführen! Nicht nur so ein Blabla sondern so dass es wehtut! Wenn ich was gegen den KLimawandel tun will, dann muss ich da ansetzen, wo man wirklich viel einsparen kann ohne dass es "dem kleinen Mann" weh tut in seinem alltäglichen Leben.

Momentan wird es immer schwieriger klimafreundlich zu leben mit dem krassen Preisanstieg bei den Öffentlichen und der DB. Ich denke nicht dass die Politiker das nicht sehen.
Ich denke sie sehen das ganz genau.

24.2.08 20:28





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